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25.01.2016 Kategorie: Posaunenwerk

Von schlauen Füchsen und solchen, die es werden wollen

Norddeutsche Chorleiterwoche in Goslar

Über 90 Chorleiterinnen und Chorleiter fanden sich im Januar auf der Norddeutschen Chorleiterwoche auf dem Hessenkopf bei Goslar ein. Dieses bewährte Fortbildungsformat wird getragen durch die Posaunenwarte der teilnehmenden Werke, die sich regelmäßig einen "Externen" einladen, um auch den Blick über den Tellerrand zu wagen. Mit Silvan Koopmann war diesmal ein Musiker zu Gast, der im Bereich Bigband zu Hause ist. Unterstützt durch seinen schwäbischen Dialekt entführte er die Posaunenchorbläser schnell in die Welt der "doots" und "dahs". Aufgelockert wurde die musikalische Arbeit durch eingestreute Anekdoten aus seiner reichhaltigen Erfahrung als Posaunist, Dirigent und Lehrer. "Die Arbeit eines Dirigenten ist die Probenarbeit!", gab er den Teilnehmern dann mit auf den Weg. War noch was? Ach ja: "Das muss ich eigentlich nicht dirigieren. Wenns erstmal läuft, dann muss es passen. Wenn nicht, schleppt der Bass!" Im Anschluss verteilten sich die Teilnehmer dann wieder auf die verschiedenen Gruppen, die zu den Themen "Musikalische Ideen und deren Umsetzung", "Probenmethodik und -didaktik" sowie "Schlag- und Dirigiertechnik" arbeiteten. So begegnete man in den Pausen in sich versunkenen Bläsern, die gerade die formale Analyse eines Musikstückes in sich nachwirken ließen, noch ein wenig am 7/8-Takt übten oder über der Methodik des Einübens ihres nächsten Stückes brüteten. Auch Detailfragen beim Dirigieren wurden berührt: "Männer haben eine karge Fassade!", stellte etwa Günter Marstatt provokativ in den Raum - um gleich danach seine Schützlinge zu motivieren, als Dirigent den Musizierenden durchaus auch mal ein mimisches Feedback zukommen zu lassen. Aber es ging auch um die Bedeutung der Beine beim Dirigieren: "Wippt nicht rum wie eine Hummel vor dem Flug!". War noch was? Ach ja: "Während wir jetzt eine Pause machen ... fangen wir schon mal mit dem Nächsten an!" Zwischendurch durften die Teilnehmer Landesposaunenwart Werner Petersen als Komponist erleben: Einige seiner teilweise noch unveröffentlichten Stücke stellte er dem fachkundigen Publikum vor, das sich erfreut auf die rhythmisch und harmonisch farbigen Arrangements einließ und allerlei Interessantes zum Entstehungshintergrund erfuhr. Zum Thema Anfängerarbeit erarbeitete das Plenum mögliche Probleme zu Beginn der Anfängerausbildung, um sich der Erkenntnis bewusst zu werden, dass man mit guter Information im Vorfeld viele Klippen umschiffen kann. Petersen stellte zudem ein "Nullstarter-Konzept" vor, mit dem in der Nordkirche bereits gute Erfahrungen gesammelt werden konnten. Es entlastet die Ausbilder insbesondere in der ersten Phase bis zum ersten schönen Ton der Eleven. Gemeinsam mit 16 Freiwilligen stellte Kollege Daniel Rau die Bedeutung der Luft nochmals in den Vordergrund. Dabei lieferte er den anwesenden Chorleitern jede Menge methodische Impulse für die Probenarbeit zu Hause. War noch was? Ach ja, das doppelte "Ich darf mal eben meinen Kollegen karikieren: ..." Am geistlichen roten Faden entlang führte Rolf Bareis vom EPiD durch die Woche, der auch die aktuellsten Entwicklungen in Bezug auf den DEPT sowie das Reformationsjubiläum 2017 skizzierte. Ein Höhepunkt für alle Teilnehmer war sicherlich das Dozentenkonzert in der Marktkirche in Goslar. Vor gut gefüllter Kirche von Rüdiger Hille ansprechend moderiert und von den Instrumentalisten technisch versiert musiziert bezog das Programm auch das Publikum mit ein: Gemeinsam wurden vierstimmige Sätze musiziert, wurde auch eine Liedstrophe zu einem beeindruckend flächigen vokalen Klanggebilde entfaltet. Einen gemütlichen Rahmen in einer wunderschön verschneiten Harzer Berglandschaft bot das Hotel Hessenkopf, wo man in der Mittagspause auch schon mal Lebewesen beobachten konnte, die sich nicht auf seltsame Bewegungen ihrer Gliedmaßen konzentrieren müssen. Wie eine Klammer schloss sich schließlich das Begrüßungs- und Abschlussblasen mit Reinhard Gramm um die Woche. Mit Literatur für den DEPT ging eine im besten Sinne ganzheitliche Fortbildungsveranstaltung zu Ende, bei der sicher jeder etwas mitnehmen konnte. War noch was? Ach ja: "Die nächste Chorleiterwoche findet statt vom 15.-19.01.2018. Und: Nein, Anmeldungen sind noch nicht möglich!" Weitere Fotos finden sich hier.

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