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Resilient zusammenleben
Landesbischöfin Bammel hält erste Predigt vor der Landessynode
Wolfenbüttel (epd). Landesbischöfin Christina-Maria Bammel hat dazu aufgerufen, Anstrengungen zur Wahrung des Friedens ganzheitlich zu denken. „Gemeinsames resilientes Zusammenleben, allein in Europa, braucht weit mehr als die gerade so stark diskutierten militärischen Aspekte“, sagte die evangelische Theologin zum Auftakt der Tagung der Landessynode am 8. Mai in Wolfenbüttel anlässlich des Jahrestags des Endes des Zweiten Weltkriegs.
Wenn das Völkerrecht mit Füßen getreten werde, müsse die Gesellschaft über Schutz reden, betonte die Theologin. Der 8. Mai erinnere an das von deutschem Boden ausgegangene maßlose Leid, das Völkern weltweit zugefügt wurde. Mehr als acht Jahrzehnte nach Kriegsende werde über Frieden und auch darüber diskutiert, einander vor Gewalt zu schützen. In einer Welt der Unordnung werde zu Wehrdienst oder Wehrpflicht gestritten.
Auch die Kirche müsse sich fragen, ob sie in Zeiten von Spannungen alles ihr Mögliche tue, um beispielsweise junge Menschen in den nötigen Gewissensentscheidungen zu begleiten, sagte Bammel. „Wir machen uns kaum Bilder davon, was die seit Jahren Tag und Nacht angegriffenen und bedrohten Menschen erleiden unter Drohnen, Raketenfeuer, Besetzung und Vergewaltigung.“ Es zähle zum Auftrag der Kirche, aller ideologisch-staatlichen Vereinnahmung zu widerstehen, toxischem Anerkennungs- und Geltungsdrang zu widersprechen und gegen Machtverwicklungen der Kirche wach zu bleiben.
